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Web 2.0 im Krankenhausmarketing: Chancen und Risiken von Facebook, Twitter & Co.

10.09.2010 - Kundenbindung per Twitter, Beschwerdemanagement via Facebook: Für viele Unternehmen ist das Web 2.0 fester Bestandteil des Marketings. Ob der Einsatz der Social-Media-Anwendungen auch in Krankenhäusern Sinn macht, stellte Prof. Dr. Thomas Jäschke am 8. September 2010 in Essen zur Diskussion. Der Wirtschaftsinformatiker der FOM sprach auf dem Kongress „IT-Trends Medizin Health Telematics“. Sein Fazit: Das Web 2.0 hält für Krankenhäuser sowohl Chancen als auch Risiken bereit. Jeder PR-Verantwortliche sollte daher individuell entscheiden, ob und wenn ja welche Anwendungen für „sein“ Krankenhaus in Frage kommen.
Als praktischen Einstieg in die Thematik empfahl er seinen rund 50 Zuhörern im Congress Center Essen den Mikroblogging-Dienst Twitter und die Arbeit mit RSS-Feeds. „Diese Techniken eignen sich besonders gut, um bei geringem Risiko den Einsatz von Web-2.0-Technologien im Klinikalltag zu testen“, so Jäschke. Pressemitteilungen, aktuelle Nachrichten oder Meldungen aus dem Krankenhaus ließen sich mit wenig Aufwand über diese Kanäle verbreiten.
Deutlich arbeitsintensiver sei die Kommunikation via Blog. „Mithilfe der Web-Tagebücher können Krankenhäuser zusätzliche Patienten gewinnen und auch ihr Image verbessern“, fasste Thomas Jäschke die Vorteile zusammen. „Allerdings setzt das ein umfassendes Marketing-Konzept voraus. Außerdem kosten regelmäßige Veröffentlichungen zu Fachthemen oder Innovationen in Diagnostik und Therapie sehr viel Zeit.“ Seine Empfehlung: Statt einen eigenen Blog zu initiieren, sollten Marketing-Beauftragte nach relevanten Themen in „fremden“ Blogs schauen und diese von Experten der Klinik kommentieren lassen oder mit einem Link auf die eigene Seite zu diesem Thema versehen.
Für wenig sinnvoll hält Jäschke indes die Einbindung von YouTube in das Marketingkonzept. „Für die Nutzer ist es extrem schwierig, in dem Wust aus TV-Ausschnitten, Musik- und persönlichen Videos Angebote des Krankenhauses zu finden“, gab der Experte zu bedenken. Zudem sei die Videoplattform überwiegend auf Spaß ausgerichtet: Videos beispielsweise zur Patientenaufklärung seien im seriösen Umfeld der Krankenhauswebsite deshalb besser aufgehoben.
Jäschkes Schlussfolgerung: Wer für das Marketing von Krankenhäusern verantwortlich ist, sollte die stetigen Veränderungen des Webs auf jeden Fall im Auge behalten. „Der nächste große Sprung steht nämlich schon bevor“, so der Experte. „Nach Web 2.0 kommt WEPP – die Verbindung aus Web und Applikationen, die der wachsenden Bedeutung mobiler Endgeräte Rechnung trägt.“
