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Live-Demonstration: So schnell knackt ein Hacker Ihren Computer

- Sebastian Schreiber zeigte Gefahren im Internet auf.
28.01.2010 - Wer das gesehen hat, traut seinem Computer nicht mehr: Beim dritten Stuttgarter Wirtschaftskompass führte ein Hacker in einer Live-Demonstration vor, wie schnell jeder zum Opfer eines virtuellen Einbruchs werden kann. Zu diesem ungewöhnlichen Informationsabend zum Thema IT-Sicherheit hatte die FOM Hochschule für Oekonomie & Management Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Syss GmbH und dem LVI, Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie e.V. eingeladen. Ziel: die Öffentlichkeit für die Gefahren im Internet zu sensibilisieren.
Drei kurze Klicks und schon ist man Opfer einer Hacker-Attacke – ohne es zu bemerken. Mit der richtigen Suchworteingabe lassen sich über Google Login-Daten für nicht ausreichend geschützte Websites finden. Der Hacker hat freie Fahrt, vor allem wenn der Nutzer das gleiche Passwort für verschiedene Anwendungen verwendet. Dass solche Angriffe auch ohne spezielle IT-Fachkenntnisse und Tüftelei möglich sind, demonstrierte Sebastian Schreiber, Geschäftsführer der Syss GmbH, mit einem Live-Hack – ohne die rechtlichen Grenzen zu überschreiten. „Schon einfache Beispiele zeigen Sicherheitslücken und machen die Gefahren für jeden Internetnutzer greifbar“, so Schreiber.
Gefahren gehen etwa von sogenannten „trojanisierten“ Handys aus, die zum Ausspähen oder Abhören genutzt werden. Sogar bei verschlüsselten USB-Sticks, die höchsten Sicherheitsstandards entsprechen, bewies Schreiber, dass diese mit dem nötigen Know-how zu knacken sind. Sein Unternehmen ist spezialisiert auf das Testen von Firmennetzwerken, Schreiber weiß somit genau, wo Schwachstellen in Systemen liegen können.
„Die Frage nach der Computersicherheit geht jeden Internetnutzer an – ob privat oder geschäftlich“, so Martin Topp, Geschäftsleiter der FOM in Stuttgart. Zusätzliche Impulse, wo und wie sich Schutzmechanismen einrichten lassen, gab Prof. Dr. Thomas Städter, Dozent für Wirtschaftsinformatik an der FOM München, im anschließenden Vortrag. Schon Kleinigkeiten seien hier wertvoll. So sei eine gesunde Skepsis bei Websites und ein sparsamer Umgang mit persönlichen Daten im Netz – gerade im Hinblick auf soziale Netzwerke – angesagt. „Beim Online-Banking etwa sorgen die TAN-Systeme für relativ sichere Transaktionen. Wer im Internet Bankgeschäfte tätigt, sollte trotzdem Vorkehrungen treffen, um Sicherheitslücken des eigenen Computers zu schließen. Die Software sollte auf dem aktuellsten Stand gehalten und eine Antivirensoftware installiert werden. Vor allem gilt es, regelmäßig das eigene Konto zu kontrollieren. Nur so kann man eventuelle Unregelmäßigkeiten zeitnah bemerken“, so Städter.
Seiner Ansicht nach sollte das Thema Computersicherheit nicht allein in den IT-Abteilungen der Unternehmen angesiedelt sein, sondern vor allem im Management. Anhand der Einschätzungen von Fachabteilungen müssen Risiken sowie deren Wahrscheinlichkeit und Ausmaß im Schadensfall genau analysiert werden, damit Schutzmechanismen sinnvoll eingerichtet werden können. „Eine sichere Architektur mit einer Webapplication Firewall – auf die individuellen Anforderungen der jeweiligen Firma abgestimmt – dämmt die Sicherheitsrisiken ein. Sie schützt aber nur dann effizient, wenn die Firewall regelmäßig überprüft und aktualisiert wird“, so der Experte.
In puncto Computersicherheit besteht in vielen Bereichen Aufklärungs- und Handlungsbedarf, weiß der Wirtschaftsinformatiker. Mit dem dritten Stuttgarter Wirtschaftskompass griff die FOM somit eine aktuelle Wirtschaftsthematik auf. Die Veranstaltungsreihe wurde 2009 ins Leben gerufen und wendet sich an Interessierte aller Berufs- und Altersgruppen.
