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Deutscher Qualifikationsrahmen – Bestandsaufnahme und Perspektiven
28.09.2010 - Die FOM Hochschule für Oekonomie & Management lädt am 30. September zu einer Fachtagung in der Patriotischen Gesellschaft ein: „Der Deutsche Qualifikationsrahmen – Stand der Umsetzung, weitere Schritte“. Deutschland steht unter Zeitdruck, denn bis Ende 2010 sollen sich die Verantwortlichen aus allen Bildungssektoren auf den DQR verständigt haben. So will es ein Beschluss der EU aus dem Jahr 2008. Doch aktuell haben sich die Beteiligten aus Hochschulen, Berufsbildung, Weiterbildung, Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften noch nicht darauf einigen können, inwieweit die Kompetenzen der Absolventen künftig statt formaler Abschlüsse für Transparenz und Vergleichbarkeit sorgen sollen.
Umstritten ist die Beschreibung und Einstufung der arbeitsmarktrelevanten Kompetenzen im Qualifikationsrahmen, die künftig in allen Zeugnissen aufgeführt werden – in der beruflichen wie auch in der akademischen Ausbildung. Sie erfolgt anhand eines Acht-Stufen-Plans, in dem statt der formalen Qualifikationen Kompetenzen abgebildet werden sollen. Das betrifft in Deutschland rund 800.000 Absolventen jährlich. „In Zukunft wird also nur noch relevant sein, dass ein Arbeitnehmer über eine bestimmte Kompetenz verfügt, egal, ob er sie in einer Berufsausbildung oder einem Studium erworben hat. Aus Sicht der Bildungseinrichtungen ist das bildungspolitscher Sprengstoff“, erklärt Prof. Dr. Marco Zimmer vom ipo Institut für Personal- & Organisationsforschung der FOM in Hamburg, die die Tagung initiiert hat. Diskutiert wird beispielsweise, ob der Meisterabschluss laut DQR künftig ebenso viel zählt wie ein Bachelorabschluss. In diesem Fall würde sich ein Bachelorstudium als „Aufstiegsstudium“ für den Meister kaum lohnen.
Ziele des DQR sind Transparenz, Durchlässigkeit zwischen den Bildungsbereichen und die bessere – auch internationale – Vergleichbarkeit der Abschlüsse. Professor Zimmer: „Allerdings erschweren zurzeit die teilweise sehr unterschiedlichen Interessen der Beteiligten die Einordnung der Abschlüsse.“ Dr. Sabine Quirrenbach, Geschäftsleiterin der FOM in Hamburg, ergänzt: „Es gibt ein starkes Bedürfnis, hier Klarheit zu gewinnen. Die FOM als Hochschule für Berufstätige sieht beim Thema DQR eine besondere Verantwortung. Deshalb freuen wir uns über das rege Interesse an der Tagung.“
Vormittags werden Eva Nourney vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, Susanne Müller von der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände und Dr. Ulrich Blötz vom Bundesinstitut für Berufsbildung über Erwartungen und Probleme mit dem DQR berichten. Nachmittags thematisieren Professor Dr. Volker Gehmlich von der FH Osnabrück und Dr. Willi Gierke von der Universität Oldenburg die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Schließlich wird Dr. Lorenz Lassnigg vom Institut für Höhere Studien in Wien das österreichische Modell des Qualifikationsrahmens vorstellen, bevor Professor Zimmer die Ergebnisse der Tagung zusammenführt.
Die Tagung „Der Deutsche Qualifikationsrahmen – Stand der Umsetzung, weitere Schritte“ findet am 30. September von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr in den Räumen der Patriotischen Gesellschaft an der Trostbrücke in Hamburg statt. Anmeldungen und Programm entnehmen Sie bitte dem Flyer.
