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Präsenzhochschule für Berufstätige startet in Stuttgart
Stuttgarter Zeitung 05.06.2007
Studienzentrum des privaten Essener Anbieters FOM ermöglicht Bachelor- und Masterkurse abends und am Wochenende
Im September will die private Fachhochschule für Ökonomie und Management (FOM) ein Studienzentrum im Haus der Wirtschaft eröffnen. Es ist das dritte in Süddeutschland und richtet sich an Berufstätige, die sich neben ihrem Job weiterqualifizieren wollen.
Von Inge Jacobs
Mit ihrem berufsbegleitenden Studienangebot will die private FOM mit Sitz und Akkreditierung in Essen künftig auch in Stuttgart eine Marktlücke füllen. Vom 1. September an bietet die von einer gemeinnützigen Stiftung getragene Hochschule sechs Bachelorstudiengänge in ihrem neuen Studienzentrum im Haus der Wirtschaft an: Business Administration, International Management, Wirtschaftsrecht, Steuerrecht, Wirtschaftsinformatik sowie Web- und Medieninformatik. Ein viersemestriges MBA-Programm soll folgen.
Die Bachelorstudiengänge sind auf sieben Semester angelegt und richten sich an Berufstätige in der Region Stuttgart, die nebenher studieren wollen. Zulassungsvoraussetzungen sind Abitur, Fachhochschulreife, eine Meister- oder Fachwirtausbildung oder eine abgeschlossene Berufsausbildung plus zweijähriger Berufserfahrung und einen Eignungstest. Einen Numerus clausus oder sonstige Qualitätsfilter gibt es nicht. Die Kurse finden abends und am Wochenende statt. Die Gebühr für die Bachelorausbildung beträgt 12500 Euro; sie kann jedoch in 42 Monatsraten zu je 295 Euro bezahlt werden.
Das neue Studienzentrum der FOM in Stuttgart unterhält hier kein eigenes Büro, sondern arbeitet mit der Akademie für Finanzmanagement AG (AFFM) zusammen, die die lokalen Kontakte herstellt. Für den Studienbetrieb werden abends und samstags Räume im Haus der Wirtschaft genutzt. Zum wissenschaftlichen Studienleiter wurde Manfred Goeke benannt, der zugleich Professor an der Stuttgarter Berufsakademie ist. Er sieht das Angebot der FOM als „ideale Ergänzung zur Berufsakademie“, die ihre Ausbildung im dualen System und ihren Unterricht blockweise anbietet. Die Präsenzhochschule für Berufstätige sei „bisher eine Marktlücke“.
„Unser Angebot ist auch ein Beitrag zur Wirtschaftsförderung“, erklärte FOM-Kanzler Harald Beschorner. Denn es ermögliche Berufstätigen, sich für Führungsaufgaben zu qualifizieren, die ihnen ohne Hochschulabschluss verwehrt bleiben. Wer dreieinhalb Jahre Studium trotz Achtstundentag im Geschäft überstanden habe, „bringe ein gerüttelt Maß an Belastungsfähigkeit mit und qualifiziert sich dadurch auch für Führungsaufgaben“, erklärte Beschorner bei einer Pressekonferenz im Steigenberger-Hotel.
Die erste FOM wurde 1994 auf Initiative regionaler Wirtschaftsverbände in Essen gegründet. Mittlerweile unterhält die private Hochschule auch Studienzentren in Duisburg, Leverkusen, Neuss, Berlin, Frankfurt/Main, Siegen, Hamburg, München, Düsseldorf und seit 2003 auch in China, nahe Peking. Bundesweit sind derzeit 9000 Studierende eingeschrieben. Rund ein Drittel davon werde vom Arbeitgeber bei der Ausbildung finanziell unterstützt.
„In Stuttgart wollen wir am 1. September starten“, so Winterhalder. Bisher habe man 1500 Anfragen aus Stuttgart und der Region für ein Studienangebot erhalten, nicht nur von Einzelpersonen, sondern auch von Großunternehmen wie Daimler-Chrysler, Bosch und Siemens. Man wolle auch dem Mittelstand ein Instrument geben, Leute weiterzubilden, sagte Beschorner. Zum Start in Stuttgart rechne man im Herbst mit rund 50 Erstsemestern. Bei den Professoren lege man Wert auf Praxisnähe. Diese sollen aus Fachhochschulen und Berufsakademien sowie der AFFM rekrutiert werden; am Anfang werde man auf Lehrbeauftragte zurückgreifen.
Kontakt über: www.bildungscentrum.de
