Zur Aktualität der 2-Faktoren-Theorie von F. Herzberg: Empirische Studie zu Einflussfaktoren der Arbeitszufriedenheit und Arbeitsmotivation
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Ricardo Büttner

Gefördert durch:
Zeitraum: 01.09.2008 – 28.02.2010
Fragestellung & Zielsetzung: Im Rahmen einer zweijährigen empirischen Arbeit wurde untersucht, ob und inwieweit die Hygiene- und Motivationsfaktoren der 2-Faktoren-Theorie von F. Herzberg et al. [1959] durch personale (Mitarbeitergeschlecht, Mitarbeiteralter) und situative Faktoren (Weltwirtschaftskrise 2008 ff.) beeinflusst werden.
Methodik: Aus den in F. Herzberg et al. [1959] beschriebenen Hygiene- und Motivationsfaktoren wurden 34 Items abgeleitet, die im Rahmen einer elektronischen Befragung von zuvor persönlich angesprochenen abhängig Beschäftigten auf einer 5-stufigen Likert-Skala hinsichtlich der Zustimmung bewertet wurden (Trenddesign, N = 1340, Rücklaufquoten > 90%, Befragungszeiträume 08.04.08-15.04.08 und 01.04.09-30.04.09).
Ergebnisse: Im Ergebnis zeigt die Untersuchung, dass die Hygiene- und Motivationsfaktoren weitgehend resistent gegenüber den untersuchten personalen und situativen Einflüssen waren. Es wurden jedoch hochsignifikante (p < 0, 001) schwache negative Korrelationen (|rs| ≤ 0, 2) zwischen dem Mitarbeiteralter und den Faktoren ’Aussicht auf Beförderung’ und ’Aussicht auf höheren Status’ jeweils als Hygiene- und Motivationsfaktoren festgestellt. Die Rangfolgenanalyse zeigte, dass die größte Motivationswirkung von den Faktoren ’Arbeitsbedingungen (Betriebsklima)’, ’Erfolgserlebnisse bei der Arbeit’ und ’Anerkennung des Vorgesetzten’ ausgeht. Zudem führt das Ausbleiben dieser Faktoren am stärksten zur Arbeitsunzufriedenheit. Dieses Ergebnis war unabhängig vom Mitarbeitergeschlecht. Diese Befragungsergebnisse stimmen damit nur in geringem Umfang mit den originären Resultaten von F. Herzberg et al. [1959] überein: Zwar zählen nach F. Herzberg et al. ’Erfolgserlebnis’ und ’Anerkennung’ ebenfalls zu den TOP 3 Motivationsfaktoren, allerdings war das Betriebsklima dort kein Motivationsfaktor, sondern ein Hygienefaktor. Bei den TOP 3 Hygienefaktoren ergaben sich vollständig andere Faktoren. Der gravierendste Unterschied ist jedoch, dass Herzbergs (strikte) Trennung in Hygiene- und Motivationsfaktoren durch die hier vorliegende Studie nicht nachvollzogen werden konnte.
Projektbezogene Publikationen:
- R. Buettner: Zum situativen Einfluss der Weltwirtschaftskrise 2008 ff. auf die Arbeitsmotivation und die -zufriedenheit: Eine empirische Studie zu Einstellungs-
veränderungen hinsichtlich der Motivations- und Hygienefaktoren der 2 Faktoren-Theorie, Zeitschrift ARBEIT, 19(4):289-294, 2010 (zzgl. Erratum Zeitschrift ARBEIT, 20(1):65)
- R. Buettner: Zu den Einflussfaktoren der Arbeitsmotivation und -zufriedenheit: Eine empirische Studie zu Herzbergs 2-Faktoren-Theorie, Projektbericht Juni 2010
- R. Buettner: Was motiviert Arbeitnehmer in der Krise, was macht sie unzufrieden?: Eine empirische Studie zur aktuellen Lage in der Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrtindustrie sowie Maschinenbau. Zeitschrift für die gesamte Wertschöpfungskette Automobilwirtschaft (ZfAW), 12(3):45–51, August 2009
