Corporate Governance zur Sicherung der Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Eric Frère

Wissenschaftliche Mitarbeit: Matthias Papesch

Zeitraum 01.02.2008 – 31.12.2010

Fragestellung: Familienunternehmen stellen einen wichtigen Teil der Unternehmen in fast allen Ländern dieser Welt. Da in den kommenden Jahren bei einer Vielzahl der in einer Gründungswelle nach dem 2. Weltkrieg entstandenen Familienunternehmen die Frage der Nachfolge akut wird, werden Lösungen zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmen immer wichtiger. Ob Corporate Governance in Form einer Unternehmensverfassung dazu beitragen kann, die Dimensionen Führung, Kontrolle und Eigentum über verschiedene strukturelle Elemente in Einklang zu bringen und somit die Aussicht auf eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens verbessern kann, gilt es zu überprüfen. Da bisher ein integratives Konzept fehlt, welches die Aspekte Corporate Governance und Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen in Zusammenhang bringt und empirisch untersucht, wird diese Betrachtungsweise und wissenschaftliche Auseinandersetzung aufgegriffen und ein erster Ansatz vorgestellt.

Zielsetzung: Bisherige Ansätze der Familienunternehmensforschung können für die vorliegende Fragestellung nur am Rande genutzt werden. Daher ist die Zielsetzung des Vorhabens, Mechanismen von Corporate Governance in Familienunternehmen zu diskutieren und festzustellen, inwieweit eine Implementierung dieser Mechanismen es ermöglicht, den Anforderungen der unternehmens- und familienpolitischen Prozesse und Strukturen im Rahmen des Generationenwechsels zu entsprechen um somit die Zukunftsfähigkeit des Familienunternehmens in einem sich wandelnden Umfeld langfristig sicherzustellen. Der Untersuchungsgegenstand konzentriert sich daher auf die Erforschung nachfolgender Fragestellungen:

  • Was wird im Zusammenhang mit den Themen Corporate Governance und Familienunternehmen in Wissenschaft und Praxis diskutiert und mit welchen theoriebasierten Modellen können diese spezifischen Charakteristiken präzise dargestellt werden?
  • Welche Bedeutung haben Unternehmensübergaben aktuell in Familienunternehmen? Welche vorrangige Zielrichtung der Übertragungsform wird mit Blick auf die Notwendigkeiten zu treffender Vorbereitungsmaßnahmen präferiert?
  • Mit welchen Ansätzen der Familienunternehmensforschung können Prozessverläufe der Unternehmensnachfolge abgebildet werden und welche Kräfte können Einfluss auf die Entscheidungsfindung ausüben?
  • Welche Risikofaktoren determinieren den familieninternen Nachfolgeprozess und welche Wechselwirkungen bestehen in diesem Zusammenhang zwischen den Dimensionen Eigentum, Familie und Unternehmen?
  • Können aufbauend auf dem Verständnis der Nachfolgesituation konkrete Elemente der Corporate und Family Governance einen Ansatzpunkt zur Sicherung des Unternehmens über den Generationenwechsel hinaus leisten?
  • Liefert Corporate Governance unter Berücksichtigung verschiedener Familieunternehmenstypen ein integratives Konzept der Unternehmensnachfolge und kann die Anwendung eine gelungene familieninterne Nachfolge sicherstellen?

Methodik: Die Behandlung der Fragen erfolgt jeweils auf zwei Ebenen. Während auf der wissenschaftlich deskriptiven Seite theoretische Modelle und Erklärungsansätze konkret auf inhaltliche Probleme der Governance gerichtet werden, erfolgt aus der methodisch analytischen Sichtweise eine empirische Umfrage im Bundesgebiet Nordrhein-Westfalen. Der gewählte situative Forschungsansatz soll Erkenntnisse aufgrund der gewonnenen Ergebnisse zur Installation von Corporate Governance-Mechanismen zugänglich machen, die Unternehmen, Nachfolgern und Politikern zum Management der Nachfolgeregelung an die Hand gegeben werden.

Ergebnisse: Das Projekt ist abgeschlossen.

Die Untersuchungsergebnisse haben Eingang gefunden in die Reihe Gabler Research: Papesch, Matthias Corporate Governance in Familienunternehmen Eine Analyse zur Sicherung der Unternehmensnachfolge Gabler 2010, ISBN 978-3-8349-2290-8
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