Wirtschaft hautnah: Erfolgreicher Start der 1. Nürnberger Business Days
Gelungene Premiere: Die 1. Nürnberger Business Days lockten über 50 Besucher in der FOM Hochschulstudienzentrum im City Park Center. Sie lernten den Hochschulalltag hautnah kennen und erhielten gleichzeitig Einblicke in aktuelle Wirtschaftsthemen – von der Eurokrise über kollektive Intelligenz und Hidden Champions bis zu Controlling.
Prof. Dr. Hans-Peter Braune eröffnete die Vortragsreihe. Sein Thema: Disziplinierung/Bestrafung der EU-Schuldenstaaten. Der Fachanwalt für Verwaltungsrecht kam zu dem Schluss, dass die aktuelle Rechtsnatur von EU und EWU kein disziplinierendes Vorgehen gegen Griechenland, Portugal & Co. zulasse. Strafzahlungen seien beispielsweise weder organisatorisch durchführbar noch zielführend, eine Beschneidung der Rechte einzelner Staaten vertraglich nicht abgesichert. „Es muss also eine politische Lösung gefunden werden“, betonte Braune. „Sie läuft allerdings darauf hinaus, dass der Währungs- und Wirtschaftsunion eine politische Union folgt.“
Existiert kollektive Intelligenz? Und wenn ja: Wie können Unternehmen davon profitieren? Diese Fragen standen im Zentrum des Vortrages von Prof. Dr. Michael Durst. Der Experte für Wirtschaftsinformatik zeigte sich überzeugt: Eine breitere Innovationsbasis und gemeinsame Bewertung verbessern Entscheidungsfindungen in Unternehmen – allerdings nur, wenn sie in geregelten Bahnen ablaufen. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigte Durst anhand eines kollaborativen Innovationsansatzes: Während die Sammlung, Evaluation und Diskussion von Ideen in den Händen von Mitarbeitern, Kunden und/oder Geschäftspartnern liegen, erfolgen Bewertung, Analyse und Umsetzungsentscheidung durch Experten, Strategie-Teams und Geschäftsführung.
Den Erfolgsgeheimnissen so genannter Hidden Champions war Prof. Dr. Orhan Kocagöz auf der Spur. Der Mittelstandsexperte zeigte anhand von Praxisbeispielen, auf welche Strukturen und Strategien führende Familienunternehmen setzen. Ein großer Pluspunkt sei beispielsweise ihre intensive und langjährige Kundenbetreuung. Aber auch Nischenstrategien sowie die Einbindung hoch motivierte Mitarbeiter würden sich auszahlen, so Kocagöz.
Einblicke in die Anwendung strategischer Controlling-Instrumente gewährte schließlich Prof. Dr. Arno Elmer. Schwerpunkt seines Vortrages war die Balanced Scorecard. Der Finanzexperte stellte Ziele und Vorteile der BSC vor. Auch auf die Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz des Instruments ging er ein. Dazu zählen seiner Ansicht nach die klare Unterstützung der Geschäftsleitung, eine offene Kommunikation und Einbeziehung der Mitarbeiter sowie eine strukturierte und konsequente Implementierung.
