Aktuell

- Wilfried Jacobs nahm Stellung zur aktuellen Gesundheitspolitik.
Prominenter Besuch an der FOM Neuss: Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg war im Hochschulstudienzentrum zu Gast und sprach über „Gesundheitspolitik im Spannungsfeld von Ökonomie und medizinischem Fortschritt“. Seine These: Die Finanzierung der Pflege ist das dringendste Problem der gesetzlichen Krankenkassen.
Diese Aussage belegte er mit deutlichen Fakten: So werde die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland von aktuell 2,4 auf 3,4 Millionen im Jahr 2030 steigen. Gleichzeitig sinke die Zahl der Kinder, die ihre Eltern pflegen könnten. Hinzu kommt: „Die soziale Pflegeversicherung ist eine Teilkaskoversicherung“, betonte Jacobs in seinem Vortrag, „sie zahlt nur Festbeträge, nicht die tatsächlich entstandenen Kosten.“ Experten rechnen daher für 2030 mit einer Erhöhung des Pflegebeitrags auf drei Prozent, im ungünstigen Fall bis 2050 bis zu sieben Prozent.
Daraus ergibt sich in Jacobs Augen nur eine Schlussfolgerung: Eine nachhaltig wirkende Pflegereform müsse schnellstmöglich Gesetz werden. Darüber hinaus müsse die Zahl der Beschäftigten in der Pflege deutlich steigen, und auch der Pflegeberuf selbst müsse durch die Bezahlung aufgewertet werden. Aktuell liege der Durchschnittslohn einer ausgebildeten Pflegekraft bei 2.500 Euro monatlich, netto wären das lediglich 1.800 Euro.
