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Kontrollgremium auf dem Prüfstand: FOM-Professor über die Arbeit von Aufsichtsräten
Zu wenig unabhängige Fachleute, zu wenige Frauen und zu wenige Ausländer – FOM-Professor Dr. Peter Ruhwedel sieht weiterhin Defizite bei Deutschlands Aufsichtsräten. Der Experte für Corporate Governance hat von Mai bis Juli 2011 die Besetzung und die Arbeitsweise der DAX30-Kontrollgremien untersucht – basierend auf Internetpräsentationen, Geschäfts- und Corporate-Governance-Berichten.
Die Frauenquote in den deutschen Aufsichtsräten liegt bei 14,4 Prozent, der Anteil der Ausländer bei 12,6 Prozent – so zwei Ergebnisse der Studie. „Vor dem Hintergrund des hohen Internationalisierungsrades deutscher Unternehmen und der vielen ausländischen Arbeitnehmer ist das viel zu gering“, urteilt Ruhwedel. Zudem kritisiert er, dass zu viele ehemalige Vorstandschefs und Mitglieder mit mehreren Mandaten in den Kontrollgremien vertreten seien.
Trotz dieser Defizite kommt Ruhwedel zu dem Urteil, dass sich die Überwachungstätigkeit in einer Vielzahl von Aufsichtsräten kontinuierlich verbessert hat – zum Beispiel vor dem Hintergrund des Deutschen Corporate Governance Kodex. „Die Anforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten für eine funktionsfähige Überwachung sind heute einfach besser dokumentiert als noch vor ein paar Jahren“, so Ruhwedel. „Das macht sich in der Praxis bemerkbar.“
Eine Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse steht als PDF-Datei (4 MB) zum Download bereit.
