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„Der Anteil erwerbstätiger Menschen der Altersgruppen 50+ und 60+ steigt immer stärker an. Warum ältere Fachkräfte beschäftigen? Weil sie da sind“, sagte Dr. Hans-Dieter Schat beim Stuttgarter Gespräch der FOM Hochschule für Oekonomie & Management. Dabei zeigte der Soziologe und wissenschaftliche Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI auf, dass es viele Argumente dafür gibt, mit älteren Fachkräften zu planen.

Wie leistungsfähig Mitarbeiter bei zunehmendem Alter sind, hängt von zahlreichen Einflussfaktoren ab. Zu ihnen gehören u.a. die private Lebensführung, die Sozialisation, die Ausbildung und bisherige Tätigkeiten. „Wenn wir also über ältere Fachkräfte sprechen, müssen wir im Kopf behalten, dass es da viele individuelle Unterschiede gibt“, erklärte der Experte. Und warum muss sich die Arbeitswelt mit älteren Fachkräften auseinandersetzen? „Alle Branchen und vor allem jene, die besonders unter dem Fachkräftemangel leiden, müssen handeln. Junge Fachkräfte sind nicht in ausreichender Menge vorhanden – deswegen muss in Zukunft verstärkt auf ältere Fachkräfte zurückgegriffen werden“, betonte Schat.

Ein wichtiges Argument für eine gute Einbindung älterer Arbeitnehmer ist die Tatsache, dass Ältere notwendiges und gefragtes Erfahrungswissen mit einbringen können. Ein konkretes Beispiel: Für die Anpassung von Produkten an Kundenwünsche ist der Input von älteren Fachkräften besonders bedeutend. „Denn um Produkte zu entwickeln, muss man wissen, was Kunden wollen – hierzu braucht es jene Erfahrungsinhalte, die ältere Arbeitskräfte bieten können“, so der FOM-Dozent. Die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen oder von Innovationen sind beispielsweise Arbeitsbereiche, in denen sich altersgemischte Teams lohnen: Durch den Einfluss verschiedener Erfahrungshintergründe können die Mitglieder ein breiteres Spektrum an Lösungsansätzen erarbeiten. Zwar kann das auch einen längeren Bearbeitungszeitraum beanspruchen als bei altershomogenen Teams, doch werden damit auch vorschnelles Handeln verhindert und solidere Lösungen gefunden.

Doch Vorsicht – nicht in allen Bereichen sind gemischte Teams das Nonplusultra, hob Schat in seinem Vortrag hervor. In manchen Fällen sind sie sogar hinderlich und können sich negativ auswirken, beispielsweise bei der Arbeit am Fließband. Generell gilt: Bei verhältnismäßig einfachen oder Routineaufgaben empfiehlt es sich, altershomogene Teams einzusetzen. Diese erzielen in diesem Bereich sowohl eine höhere Qualität als auch Produktivität. „Unbedingt abzuraten ist darüber hinaus von unkoordinierter Altersheterogenität“, warnte Schat und betonte: „Altersmischung ist eine Führungsaufgabe und kein Selbstläufer.“ Von Fall zu Fall muss geprüft werden, ob sich altersgemischte Teams eignen.

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