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- Professorin Dr. Anja Seng (l.) und Dr. Ruth Kaesemann (r.) mit Jutta Olschewski, Geschäftsleiterin BCW.
Leistung allein reicht nicht, um den Schritt in die Führungsetage zu schaffen. Frauen mit Aufstiegsambitionen brauchen zusätzlich Mentoren und Fürsprecher, tragfähige Netzwerke und auch externe Anerkennung. So die Quintessenz des 9. BCW-Frauentags. Die Referentinnen, Dr. Ruth Kaesemann, Projektleiterin beim Pumpenhersteller WILO SE, und Dr. Anja Seng, Professorin für BWL und Personalmanagement an der FOM, gaben den rund 150 Teilnehmerinnen praktische Orientierungshilfe für die Karriereplanung.
Anja Seng stellte – in Anlehnung an Dr. Simone Siebeke – zum Beispiel die PVCM-Formel vor. „Sie soll helfen, eigene Karriereabsichten zu reflektieren – und zu überlegen, ob ‚Karriere‘ im Sinne von ‚will ich weibliche Chefin sein‘ überhaupt in Frage kommt“, erläuterte die erfahrene Personalberaterin in ihrem Vortrag. P stehe dabei für „Performance“, also die Leistung eines Mitarbeiters im Tagesgeschäft. Mit V sei „Visibilität“ gemeint. „Frauen müssen gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten an Sichtbarkeit gewinnen“, erklärte Seng, „denn nur wer positiv auffällt, ist auch im Fokus, wenn es um neu zu besetzende Stellen geht.“ Eine weitere maßgebliche Karrierevoraussetzung laute C wie „Communication“. „Sprechen Sie die Sprache des Business, leisten Sie Redebeiträge und erwerben Sie das Vertrauen anderer“, gab Seng ihren Zuhörerinnen mit auf den Weg. Last but not least sei ein entsprechendes „Mindset“ gefragt: „Sie müssen Karriere wirklich wollen. Auch wenn das bedeutet, dass Sie viel Zeit aufwenden, sich regelmäßig mit Schwierigkeiten auseinandersetzen und sich selbst motivieren müssen.“
Dass und wie Frauen auch in der Praxis ihre Karriere gestalten und Führungspositionen erlangen, stand im Zentrum des Vortrags von Ruth Kaesemann. Sie gewährte den Teilnehmerinnen des BCW-Frauentags Einblicke in ihren Werdegang – und gab ihnen in diesem Zusammenhang Tipps für die eigene berufliche Entwicklung: Kaesemann hat im Bereich Chemietechnik promoviert und war bei ThyssenKrupp Polysius lange im Anlagenbau tätig. Inzwischen verantwortet sie im Forschungs- und Entwicklungszentrum des Pumpenherstellers WILO SE den Bereich Erneuerbare Energien.
Im Anschluss an die Vorträge hatten die Teilnehmerinnen Gelegenheit einen wichtigen Punkt direkt praktisch umzusetzen: das Netzwerken. Im Gespräch mit anderen Frauen und den Referentinnen tauschten sie sich intensiv aus und knüpften neue Kontakte.
