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Elektronische Gesundheitskarte - Die große Unbekannte: Bundesbürger sind einer FOM-Befragung zufolge schlecht informiert
08.06.2009 - Als Alleskönnerin im Scheckkartenformat wird sie vom Bundesministerium für Gesundheit angepriesen: die elektronische Gesundheitskarte (eGK). Anders als die Krankenversichertenkarte soll sie nicht nur administrative Daten speichern, sondern auch eine Reihe weiterer Aufgaben erfüllen. Der deutsche Bürger ist sich dieser neuen Möglichkeiten indes kaum bewusst. Eine aktuelle Umfrage der FOM Fachhochschule für Oekonomie & Management zeigt, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung kein oder nur wenig Wissen über die elektronische Gesundheitskarte vorweisen kann. Dr. Dieter Litzinger, Professor für Wirtschaftsinformatik an der FOM Frankfurt/Main, und Diplom-Wirtschaftsinformatiker (FH) Thomas Gorniok haben bundesweit 1.064 Teilnehmer zur elektronischen Gesundheitskarte befragt: Wie gut sind sie über die eGK informiert? Wie stufen sie die Sicherheit der neuen Karte ein? Und wie aufgeschlossen sind sie gegenüber ihren Funktionen und ihrer Einführung?
Ernüchternde Ergebnis: Nur 13 Prozent geben an, gut oder sehr gut über die Gesundheitskarte informiert zu sein. Dieser schlechte Informationsstand wirkt sich auch negativ auf die Einschätzung der Sicherheit der Karte aus. Fast die Hälfte der Befragten stufen die eGK als tendenziell unsicher ein, nur knapp 37% bewerten sie als sicher oder sehr sicher.
Nichtsdestotrotz: Nur 13 Prozent der Teilnehmer sprechen sich gegen eine Einführung der elektronischen Gesundheitskarte aus. Der Anteil der Fürsprecher beträgt dagegen fast 40 Prozent, während knapp die Hälfte der Befragten eine neutrale Position einnimmt. „Der hohe Anteil der neutralen Gruppe spiegelt den geringen Informationsstand wider und lässt auf ein vergleichsweise geringes Interesse an der eGK schließen“, bewertet Prof. Dr. Dieter Litzinger die Umfrageergebnisse. „Soll eine breitere Akzeptanz der Gesundheitskarte erreicht werden, müssen daher zusätzliche Kommunikationsmaßnahmen ergriffen werden, um den Informationsstand der Versicherten über die Funktionen der neuen Karte zu verbessern.
Im Gegensatz zu der aktuellen Krankenversicherungskarte soll die neue elektronische Gesundheitskarte nicht nur Name, Geburtsdatum und Krankenversichertennummer des Patienten speichern, sondern auch Angaben zu Krankheiten und deren Behandlung hinterlegen. So sollen beispielsweise Rezepte in Zukunft nicht mehr auf Papier ausgestellt werden – sie stehen via Gesundheitskarte in elektronischer Form zur Verfügung. Auch die Patientenakte, eine Arzneimitteldokumentation sowie Angaben zur Notfallbenachrichtigung stellt die neue Karte zur Verfügung.
Weitere Informationen zur Akzeptanz der elektronischen Gesundheitskarte finden Sie auf der FOM-Homepage unter www.fom.de/paradigmenwechsel.html im Bereich „Downloads“.
