Aktuell
Kurzarbeit: Aus der Not eine Tugend machen
Prof. Weinmann von der FOM Stuttgart über Existenzsicherung in der Krise
03.08.2009 - Kurzarbeit und Stellenabbau gehören für viele Unternehmen in Baden-Württemberg inzwischen zum Alltag – die Auswirkungen der Krise sind im Süden Deutschlands deutlich zu spüren. Wie in dieser schwierigen Situation die Weichen für die Zukunft gestellt werden können, zeigt Prof. Siegfried Weinmann von der FOM Fachhochschule für Oekonomie & Management in Stuttgart: Mit der Kombination von Kurzarbeit und Weiterbildungen lässt sich aus der Not eine Tugend machen.
Die Folgen der Krise treffen die südlichen Bundesländer mit Ausnahme des Großraums München besonders hart, so das Ergebnis einer Studie vom Institut der Deutschen Wirtschaft, die im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft erstellt wurde. „Aber in Bayern und Baden-Württemberg wird die Wirtschaft auch als erstes wieder anziehen. Wenn sich die weltweite Lage und das Exportgeschäft wieder etwas erholt, sehe ich hier deutliches Wachstumspotential“, schätzt Prof. Siegfried Weinmann von der FOM in Stuttgart die weitere Entwicklung ein. „Wer sich in der Krise schon auf diese Phase vorbereitet, hat bei einem Aufschwung Wettbewerbsvorteile“, erläutert er.
Alle sprechen von Kurzarbeit – Weinmann sieht darin eine gute Gelegenheit, Zeit in Weiterbildung zu investieren und so die schwierige Situation positiv zu nutzen. Sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter profitieren davon. Für viele Arbeitnehmer steht die Angst um den Arbeitsplatz im Mittelpunkt. Dabei zeige sich, wie wichtig Hochschulbildung in diesem Zusammenhang sei. „Je höher der Kompetenzgrad eines Mitarbeiters, desto unwahrscheinlicher ist dessen Entlassung. Hoch qualifizierte Fachkräfte sind in einigen Bereichen immer noch gefragt und werden nach überwundener Krise verstärkt gesucht“, so Weinmann. Weiterbildungen in der Krise, zum Beispiel in Form von berufsbegleitenden Studiengängen an Fachhochschulen wie der FOM, könnten somit dazu beitragen, den Arbeitsplatz zu sichern und zukünftige Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Vorteil: Da die Studiengänge an der FOM ausschließlich abends ab 18 Uhr und – je nach Zeitmodell – auch am Wochenende stattfinden, können Studierende nach Beendigung der Kurzarbeit problemlos in ihrem Beruf weiterarbeiten. „Selbst die Initiative zu ergreifen, statt den Kopf in den Sand zu stecken, ist somit jetzt und in Zukunft lohnenswert“, betont Weinmann.
Auch für Unternehmen rentiert es sich, Mitarbeiter zu unterstützen. Die Kombination von Kurzarbeit und Weiterbildung erlaubt es, den Mitarbeiterstamm an qualifizierten Fachkräften zu erhalten und darüber hinaus für Kompetenzerweiterung zu sorgen. So ist das Unternehmen gut gerüstet. Wenn die Wirtschaft wieder anzieht, kann das sehr schnell geschehen, und dann ist es wichtig, Fachkräfte im Unternehmen zu haben, um entsprechend agieren zu können. Gerade Fortbildungen in den Bereichen Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik mit einem Anteil modernem Management-Know-how, wie die FOM sie in Form von Bachelor- und Masterstudiengängen anbietet, bringen Unternehmen und Mitarbeiter nach vorn, weiß Weinmann. „Sich von der wissenschaftlichen Seite mit wirtschaftlichen Themen und mit der Krise zu beschäftigen, kann helfen, Fehler zu analysieren und diese in Zukunft vermeiden zu lernen. Meiner Erfahrung nach leiden viele Unternehmen momentan auch unter internen Schwächen, die die Krise aufgedeckt hat. Strukturelle Probleme und nicht mehr marktfähige Produktpaletten gehören dazu. Hier Verbesserungspotential zu erkennen und unternehmerisch zu denken, lernen unsere Studierenden“, so Weinmann. Der große Vorteil für Arbeitgeber und Arbeitnehmer beim Angebot der FOM: Das Studium ist bestens mit dem Beruf kombinierbar.
