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Mitarbeiterkapitalbeteiligung: Arbeitnehmer sind einer Befragung zufolge schlecht informiert

26.03.2009 - Arbeitnehmer in Deutschland wissen nicht ausreichend über das Thema Mitarbeiterbeteiligung Bescheid. Eine bundesweite Online-Befragung der FOM Fachhochschule für Oekonomie & Management von etwa 450 Erwerbstätigen ergab, dass fast 74 Prozent der Teilnehmer nicht oder nur oberflächlich über die Möglichkeiten finanzieller Beteiligung am eigenen Unternehmen Bescheid wissen. Obwohl die deutliche Mehrheit der Befragten (über 70%) der finanziellen Mitarbeiterbeteiligung vielfältige – und für die Unternehmen sehr positive – Auswirkungen zuschreibt, verfügen nur wenige Befragte über eine Beteiligung am eigenen Arbeitgeber.

 

Wenn am 1. April 2009 die neuen gesetzlichen Regelungen für betriebliche Mitarbeiterbeteiligungen in Kraft treten, erhöht sich der steuerfreie Betrag pro Arbeitnehmer von 135 auf 360 Euro im Jahr. Gleichzeitig steigt der Fördersatz für in Beteiligungen angelegte vermögenswirksame Leistungen von 18 auf 20 Prozent. Die Verdienstgrenze für eine Inanspruchnahme dieser Arbeitnehmersparzulage nimmt auf 20.000 Euro pro Jahr (Verheiratete: 40.000 Euro) zu. „Die Neuregelung entspricht annähernd einer Verdreifachung der bisherigen staatlichen Förderung und bietet daher Chancen sowohl für Unternehmen als auch für Mitarbeiter“, erläutert Projektleiter Prof. Dr. Ralf Keim von der FOM Hamburg.

 

Für Unternehmen steht die langfristige Bindung und gesteigertes Engagement der Mitarbeiter im Fokus. Darüber hinaus wird zusätzliches Kapital zur Verfügung gestellt, was insbesondere in Krisenzeiten von Bedeutung sein kann. Mitarbeiter haben die Chance, stärker von der Wertsteigerung des Unternehmens zu profitieren. Dies ist besonders vor dem Hintergrund der langfristigen Entwicklung interessant, da in den vergangenen Jahren die Unternehmensgewinne deutlich stärker gestiegen sind als die Löhne der Mitarbeiter.

 

Den Chancen stehen aber auch Risiken – insbesondere für die Arbeitnehmer – gegenüber: „Als Arbeitnehmer muss ich schon genau hinschauen, wie mein Unternehmen aufgestellt ist“, betont Keim. „Droht eine Insolvenz, steht dann nicht nur mein Arbeitsplatz auf dem Spiel, sondern auch mein Erspartes.“

 

Besonderes Augenmerk richtete die FOM-Befragung auf das Thema Branchenfonds. Dieses neue Instrument der steuerlich geförderten Kapitalbeteiligung könnte sich gerade für die Mitarbeiter als interessant erweisen, da durch das Investment in mehrere Unternehmen eine Risikodiversifikation vorgenommen wird. Derzeit stehen die meisten Mitarbeiter diesem neuen Instrument jedoch noch skeptisch gegenüber: „Die Befragten trauen den Branchenfonds zwar eine höhere Rendite bei gleichzeitig geringerem Verlustrisiko zu, dennoch würden weniger als ein Drittel der Teilnehmer eher in einen Branchenfonds investieren als in ihren eigenen Arbeitgeber“, so Keim. Dies ist eventuell auch darauf zurückzuführen, dass ein zwischengeschalteter Fonds, der in mehrere Unternehmen investiert, der grundsätzlichen Idee der direkten Beteiligung am eigenen Arbeitgeber in Teilen widerspricht.

 

Aber auch Betriebe können von den neuen Fonds profitieren: Da die meisten mittelständischen Unternehmen nicht börsennotiert sind, wurden Kapitalbeteiligungen für Mitarbeiter in der Vergangenheit hier nur sehr selten angeboten. Die Branchenfonds könnten neue Möglichkeiten schaffen, alternative Investments auch in solche Unternehmen vorzunehmen.

 

Überraschendstes Ergebnis der Befragung war die erhebliche Unwissenheit innerhalb der Arbeitnehmergruppe über das Thema der Kapitalbeteiligung am Arbeitgeber. „Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter besser und intensiver darüber informieren, ob sie Kapitalbeteiligungen anbieten und wenn ja, wie diese ausgestaltet sind“, empfiehlt der FOM-Projektleiter. „Eine fundierte Informationsbasis ist die Grundlage für eine intensivere Nutzung der zur Verfügung stehenden Instrumente“.

 

Den kompletten Ergebnisbericht „FOM fragt nach – Mitarbeiterbeteiligung“ unter http://www.fom.de/mitarbeiterbeteiligung.html

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