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Trotz G8: An der FOM studieren Schüler schon vor dem Abitur
01.07.2009 - „Die Kritik an der Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre erscheint mir überzogen“, sagt Prof. Dr. Christoph Niehus von der FOM Fachhochschule für Oekonomie & Management in Hamburg. „Unsere Erfahrung zeigt: Wenn Schülerinnen und Schüler motiviert sind, gelingt ihnen neben der Schule sogar der Einstieg ins Studium.“ Niehus koordiniert das Begabtenförderprogramm Wirtschaft“ der FOM und der Claussen-Simon-Stiftung. Es ermöglicht aktuell 44 Oberstufenschülern, bundesweit an der FOM Fächer wie Business Administration, Wirtschaftsrecht oder Wirtschaftsinformatik zu studieren. Dabei sammeln sie Credit-Points, die für ein später weitergeführtes Studium und den Bachelor-Abschluss voll anrechenbar sind. Schirmherrin des Projekts ist Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan. Am Freitag, 3. Juli, treffen sich die Stipendiaten aus ganz Deutschland zu einem Forum in Hamburg. Neben dem persönlichen Austausch und einem Besuch des Airbus-Werks steht auch ein Vortrag in der Handelskammer auf dem Programm.
„Auf jeden Fall ist das Studium neben der Schule eine Mehrbelastung – erst recht für die G8-Abiturienten“, berichtet Stipendiat Jochen Hartmann. Der 19-Jährige hat als Jahrgangsbester das Abitur am Friedrich-Ebert-Gymnasium in Heimfeld bestanden. Zusätzlich engagierte er sich als Chefredakteur der Schülerzeitung, stellvertretender Schülersprecher und Patenschüler für jüngere Jahrgänge. Und er möchte den Schülern Mut machen, die jüngst im „Bildungsstreik 2009“ gegen das Abitur nach acht Jahren Gymnasium demonstrierten. „Wenn man sich wirklich für die Themen im Studium interessiert, schafft man es auch und spürt bald die Vorteile“, sagt er.
„Das Studium an der FOM ist mit seinen Vorlesungszeiten abends und am
Wochenende ganz auf den Alltag Berufstätiger abgestimmt“, erläutert Sabine
Quirrenbach, Geschäftsleiterin der FOM am Standort Hamburg. „Das kommt auch den Schülerinnen und Schülern zugute. Sie verpassen keinen einzigen Schultag und können sich so auf beides konzentrieren: Schule und Hochschule.“
Wenn sich die 21 Hamburger Stipendiaten am 3. Juli mit den 23 anderen „Schüler-Studierenden“ treffen, ist auch Zerina Halilovic dabei – obwohl sie am gleichen Abend noch eine Klausur an der FOM schreibt. „Das Studium geht natürlich von meiner Freizeit ab, und der Druck in der Schule steigt ständig“, sagt die 18-jährige Schülerin vom Helene-Lange-Gymnasium in Eimsbüttel, die bereits im 4. Semester „International Management“ studiert. „Für mich persönlich überwiegen aber ganz klar die riesigen
Chancen des Studiums.“
