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Weihnachten in der Krise: Jedes Lächeln zählt
Das Boot ist zwar in voller Fahrt. Aber noch ist es nicht im sicheren Hafen. Dieser Vergleich beschreibt die Situation, in der sich der deutsche Einzelhandel zu Beginn der Adventszeit befindet. Einer Umfrage der FOM Fachhochschule für Oekonomie & Management zufolge planen die Menschen in diesem Jahr, durchschnittlich 204 Euro für den Kauf von Weihnachtsgeschenken auszugeben. Das entspricht ungefähr dem Budget des vergangenen Jahres. Aber: von den bundesweit 2.025 befragten berufstätigen Studierenden sagten 70% auch aus, den Großteil der Geschenke erst im Dezember kaufen zu wollen. Wichtig ist ihnen dabei die Qualität der Produkte, zudem achten sie gezielt auf Sonderangebote und Rabatte. Und es zählt die kompetente Beratung und Freundlichkeit der Mitarbeiter im Verkauf.
„Für den Einzelhandel beinhalten unsere Ergebnisse wesentliche Informationen“, erläutert Prof. Dr. Heike Papenhoff, wissenschaftliche Studienleiterin der Umfrage. „Sie zeigen, dass sich die Menschen auf Weihnachten freuen und dass der Kauf von Weihnachtsgeschenken sehr emotional geprägt ist.“ Über die Hälfte der Schenkenden haben ihre Einkäufe bislang jedoch allenfalls grob oder sehr grob geplant. „Darum kann jetzt noch gar nicht verlässlich gesagt werden, wie viel Geld tatsächlich ausgegeben wird. Das Rennen wird also auf der letzten Meile entschieden“, so die Professorin.
Als besonders störend empfinden die Befragten überfüllte Geschäfte (82%), unfreundliche Bedienung (53%) und lange Wartezeiten (52%). „Überfüllte Geschäfte können die Händler nicht verhindern. Doch für eine adäquate Anzahl von Mitarbeitern können sie sorgen. Und sie sollten ihre Verkäuferinnen und Verkäufer gezielt darauf aufmerksam machen, dass jedes Lächeln zählt“, fasst Papenhoff zusammen.
Mehr als die Hälfte der Befragten (56%) gaben an, dass sie aufgrund von Rabatten oder Sonderangeboten mehr Geld für Geschenke ausgeben würden als ursprünglich geplant. Immerhin 44 Prozent gehen davon aus, bei guter Qualität der Produkte mehr als vorgesehen für ein Geschenk auszugeben. Insgesamt wird das Budget für die Weihnachtseinkäufe maßgeblich von der persönlichen Einkommenssituation der Schenkenden beeinflusst (70%), aber auch Faktoren wie eine gute Geschenkidee (59%) und Zuneigung zur beschenkten Person (53%) spiegeln sich in der Höhe der Ausgaben wider. „Aus der Befragung lässt sich ableiten, dass auch in Krisenzeiten Feste wie Weihnachten eine große Rolle im Leben der Menschen spielen und dass sich diese nicht durch die konjunkturelle Lage vom Schenken abhalten lassen wollen.“
