Aktuell
Deutschland mangelt es nach aktuellem OECD-Bericht weiterhin an qualifizierten Fachkräften
17.09.2008 - Zu wenige Abiturienten und Studenten, zu viele Schulabbrecher und junge Menschen ohne Berufsabschluss: So lautet der Tenor des aktuellen Bildungsberichtes 2008 der OECD. Deutschland gehen die hochqualifizierten Fachkräfte aus. „Der Bedarf an Hochqualifizierten ist in Deutschland kaum noch zu decken“, so OECD-Bildungsdirektorin Barbara Ischinger. Aktuelle Zahlen des OECD-Berichts belegen dies: Allein zwischen 2000 und 2006 stieg im OECD-Schnitt der Anteil der erfolgreichen Hochschulabsolventen am Altersjahrgang von 28 auf 37 Prozent. Auch in Deutschland ging es voran, allerdings viel langsamer: Die deutsche Akademikerquote stieg im gleichen Zeitraum von 18 auf 21 Prozent.
Für viele Bildungsexperten steht fest, dass unter anderem mit alternativen Studienformen, wie beispielsweise dem berufsbegleitenden Studium, das Problem des Akademikermangels behoben werden kann. Klaus Landfried, von 1997 bis 2003 Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, unterstrich dies vor dem Hintergrund, dass Deutschland bei der berufsbezogenen Weiterbildung zu den Schlusslichtern der OECD-Länder gehört, noch zu Beginn dieses Jahres: „Unternehmen tun gut daran, zusammen mit Hochschulen das berufsbegleitende Studium gemeinsam weiterzuentwickeln und auch finanziell zu fördern“, so Landfried in einer Kolumne der Zeitschrift „Junge Karriere“.
Einer der Vorreiter berufs- und ausbildungsbegleitender Präsenzstudiengänge, die FOM Fachhochschule für Oekonomie & Management, hat mit ihren Angeboten positive Erfahrungen gemacht. An den 20 Hochschulzentren der FOM in Deutschland studieren ausschließlich Berufstätige mit Hochschulberechtigung sowie Auszubildende, die nach dem Abitur parallel zum Studium eine betriebliche Ausbildung absolvieren. Trotz der Doppelbelastung von Betrieb und Hochschule schaffen 80 Prozent der FOM-Studenten ihren Abschluss innerhalb der Regelstudienzeit und qualifizieren sich so für führende Positionen im Unternehmen. Auf einer Hochschultagung in Essen in diesem Jahr machte Annette K. Nimzik, Personalentwicklung RWE AG Essen, deutlich, welch große Bedeutung berufs-und ausbildungsbegleitende Studiengänge haben. Die RWE AG kooperiert auf diesem Feld neben der FOM noch mit weiteren Hochschulen: „So werden unsere Mitarbeiter neben ihrem Job punktgenau weiterqualifiziert und damit als wichtige Leistungsträgern an das Unternehmen gebunden.“
In der Verbindung Theorie und Praxis liegt ein Pluspunkt des Studiums, betont auch Dr. Harald Beschorner, Kanzler der FOM: „Für den Arbeitgeber ist es von großem Vorteil, wenn sich Mitarbeiter berufsbegleitend qualifizieren. Sie sind einerseits mit den Geschäftsabläufen vertraut und bringen andererseits ihr neues Wissen unmittelbar für das Unternehmen ein.“ Das Unternehmen profitiert so nachweislich vom Wissenstransfer. Die Praxisnähe des Studiums erweist sich als entscheidender Vorteil.
Auch die Einkommensvorteile für Akademiker nehmen laut OECD-Bericht weiter zu. So verdienten Arbeitnehmer mit akademischem und höherem beruflichen Abschluss im Schnitt 64 Prozent mehr als Arbeitnehmer mit Berufsausbildung. Dieser Einkommensvorteil hat sich seit 2000 von 43 auf 64 Prozent erhöht. Mit einem berufs- und ausbildungsbegleitenden Studium gelingt es Berufstätigen in die höchsten Verdienstgruppen zu gelangen.
„Berufstätigkeit und Studium miteinander zu verbinden liegt im Trend der Zeit“, so FOM-Kanzler Dr. Harald Beschorner. „Dies zeigen auch die deutlich gestiegenen Zahlen der Studienanfänger an unserer Hochschule zum Wintersemester 2008/09. Dieses attraktive Studienmodell hilft Unternehmen, das Problem des Akademikermangels zu lösen“, so Dr. Beschorner.
