Veranstaltung
5. Stuttgarter Wirtschaftskompass: Was wird aus dem Euro?
20.09.2010 – Das Rettungspaket ist geschnürt: Die EU-Staaten unterstützen ihre Währung mit etwa einer dreiviertel Billion Euro, gleichzeitig kauft die Europäische Zentralbank Staatsanleihen auf. Werden diese Maßnahmen den Euro als stabile Währung retten? Nein, lautet das Urteil von Prof. Dr. Gerald Mann. Kurzfristig werde zwar eine Beruhigung eintreten, mittel- und langfristig drohe aber eine inflationäre Entwicklung, so der FOM-Experte für Volkswirtschaftslehre. Beim 5. Stuttgarter Wirtschaftskompass am 20. September 2010 präsentiert er ein mögliches Szenario für die kommenden Jahre.
Darin geht er u.a. auf vergangene Fehlentscheidungen ein. So kritisiert Mann, dass einige Länder der Eurozone die Konvergenzkriterien schon bei ihrem Beitritt nicht erfüllt und eine Haushaltspolitik betrieben haben, die mit „unsolide“ noch beschönigend umschrieben sei. Offensichtlich sei für die Mehrheit der politischen Entscheidungsträger die Einheit des Euroraumes wichtiger als die Stabilität des Euros, analysiert er. Da beides nicht gleichzeitig erreicht werden könne, führe der eingeschlagene Weg in die faktische Transferunion mit Solidarhaftung, widerspreche dem Maastricht-Vertrag und werde für Steuerzahler und Sparer in den traditionellen Hartwährungsländern wie Deutschland sehr teuer, so Manns Prophezeiung.
Sein Vortrag unter dem Titel „Was wird aus dem Euro?“ startet um 19 Uhr im FOM Hochschulstudienzentrum in der Rotebühlstraße 121. Im Anschluss ist Raum für individuelle Fragen und eine Diskussionsrunde. Die Teilnahme am 5. Stuttgarter Wirtschaftskompass ist kostenlos. Anmeldungen nimmt die zentrale Studienberatung unter 0800 1 95 95 95 oder per E-Mail entgegen.
